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Ultraschallreinigung in der Zahnarztpraxis — RKI-konform aufbereiten

Die Aufbereitung von Medizinprodukten ist in der Zahnarztpraxis gesetzlich geregelt. So setzen Sie Ultraschallreinigung RKI-konform ein — Schritt für Schritt.

Schmidt Laborgeräte · 5. Jänner 2026

In der Zahnarztpraxis ist die maschinelle Reinigung von Instrumenten nicht nur empfohlen, sondern in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben. Die RKI-KRINKO/BfArM-Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten" definiert klare Vorgaben — und Ultraschallreinigung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Warum schreibt das RKI maschinelle Reinigung vor?

Manuelle Reinigung ist:

  • Nicht standardisierbar — das Ergebnis hängt vom Mitarbeiter ab
  • Nicht validierbar — der Prozess kann nicht reproduzierbar dokumentiert werden
  • Verletzungsriskant — Nadelstichverletzungen sind eine reale Gefahr
  • Unvollständig — Hohlräume, Gelenke und Rillen werden oft nicht erreicht

Ultraschallreinigung löst all diese Probleme: standardisiert, validierbar, sicher und gründlich — auch in schwer zugänglichen Bereichen.

Die Aufbereitungskette nach RKI

Die korrekte Reihenfolge der Instrumentenaufbereitung:

  1. Vorreinigung am Point of Use: Grobe Verschmutzungen direkt nach Gebrauch entfernen. Instrumente in eine Desinfektionslösung einlegen oder sofort in den Ultraschallreiniger geben.
  2. Ultraschallreinigung: Instrumente im Einhängekorb in das vorbereitete Ultraschallbad einsetzen. Programm starten: 40–45 °C, 5–15 Minuten, mit STAMMOPUR DR 8 (1–2%).
  3. Spülung: Instrumente unter fließendem Wasser oder in einem separaten Spülbecken gründlich abspülen (mindestens 30 Sekunden).
  4. Sichtkontrolle: Jedes Instrument einzeln unter guter Beleuchtung auf Sauberkeit prüfen. Bei sichtbarer Restverschmutzung: zurück in den Ultraschallreiniger.
  5. Pflege und Trocknung: Gelenkinstrumente ölen, alle Instrumente vollständig trocknen (Druckluft oder Trocknungsschrank).
  6. Verpacken und Sterilisieren: In Sterilisierverpackung (Klarsichtbeutel oder Container) verpacken und im Autoklav sterilisieren.

Konkrete Parameter für die Zahnarztpraxis

Instrument Temperatur Zeit Konzentrat
Scaler, Küretten, Sonden 40–45 °C 10 Min. STAMMOPUR DR 8, 1%
Diamantbohrer, Fräsen 40–45 °C 15 Min. STAMMOPUR RD 5, 2%
Abdrucklöffel 45–50 °C 10 Min. STAMMOPUR DR 8, 2%
KFO-Brackets, Bänder 40 °C 5 Min. STAMMOPUR DR 8, 1%
Prothesen (provisorisch) 35–40 °C 5 Min. STAMMOPUR DR, 1%

Wichtig: Temperatur bei blutbehafteten Instrumenten NICHT über 45 °C — Eiweiß (Protein) koaguliert bei höheren Temperaturen und verkrustet auf der Oberfläche.

Das richtige Bandelin-Modell für Ihre Praxis

Einzelpraxis (1–2 Behandlungseinheiten): SONOREX DIGITEC DT 31 H (0,9 Liter). Kompakt genug für die Aufbereitungszeile, ausreichend für die gängige Instrumentenmenge pro Durchlauf.

Gemeinschaftspraxis / MVZ: SONOREX DIGITEC DT 52 H (1,8 Liter). Mehr Volumen für höheren Durchsatz. Auch für Abdrucklöffel und größere Instrumente geeignet.

Häufige Fehler vermeiden

  • Bad nicht überladen. Die Instrumente müssen vollständig von Flüssigkeit umgeben sein.
  • Entgasungslauf nicht vergessen. Vor der ersten Reinigung des Tages 5 Minuten Degas-Funktion laufen lassen — frisches Wasser enthält zu viel gelöste Luft.
  • Instrumente nicht direkt auf den Wannenboden legen. Immer den Einhängekorb verwenden.
  • Reinigungslösung rechtzeitig wechseln. Bei Trübung oder sichtbarer Verschmutzung sofort, sonst spätestens täglich.

Dokumentation

Für die RKI-konforme Aufbereitung müssen Sie dokumentieren: Datum, Chargenummer, Reinigungs-Parameter (Zeit, Temperatur), Sichtkontrolle bestanden ja/nein, Freigabe durch verantwortliche Person. Viele Praxen verwenden dafür standardisierte Aufbereitungs-Protokolle.

Gerne beraten wir Sie zur optimalen Einrichtung Ihres Aufbereitungsraums — kostenlos und unverbindlich.

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