Ultraschallreinigung in der Zahnarztpraxis
Der komplette Leitfaden: RKI-konforme Instrumentenaufbereitung mit Ultraschall — von Scalern und Küretten bis zu kieferorthopädischen Brackets. Protokolle, Geräteempfehlungen und Praxistipps aus jahrelanger Beratungserfahrung.
Warum Ultraschallreinigung in der Zahnarztpraxis unverzichtbar ist
Die manuelle Reinigung zahnärztlicher Instrumente mit Bürste und Desinfektionslösung gehört der Vergangenheit an — und das aus gutem Grund. Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft die maschinelle Aufbereitung in seinen Empfehlungen zur Aufbereitung von Medizinprodukten als der manuellen Reinigung grundsätzlich überlegen ein. In der Praxis bedeutet das: Wer Scaler, Küretten, Bohrer und Abdrucklöffel weiterhin von Hand schrubbt, riskiert nicht nur unvollständige Reinigung, sondern auch Nadelstichverletzungen beim Personal und mögliche Beanstandungen bei der Praxisbegehung.
Ein Ultraschallbad löst diese Probleme auf einen Schlag: Es reinigt lückenlos, reproduzierbar und ohne direkten Instrumentenkontakt. Die Kavitationsblasen, die bei 35 kHz im Bandelin SONOREX DIGITEC entstehen, erreichen jede Verzahnung eines Scalers, jede Nut einer Kürette und jeden Kanal eines Winkelstücks — Stellen, an die keine Bürste der Welt herankommt.
Welche Instrumente gehören ins Ultraschallbad?
Grundsätzlich gilt: Alles, was in der zahnärztlichen Behandlung patientennah eingesetzt wird und maschinell aufbereitet werden darf, profitiert von Ultraschall. In der Praxis betrifft das folgende Instrumentengruppen:
Handinstrumente
- -Scaler (Sichel-, Jacquette-Typ) — Zahnstein in Rillen
- -Küretten (Gracey, Universal) — Blut- und Gewebereste
- -Sonden und Parodontalsonden — feine Spitzen
- -Excavatoren und Heidemannspatel
- -Mundspiegel (Glasfläche wird nicht angegriffen)
Rotierende Instrumente
- -Diamantbohrer — Schleifkörner freisetzen
- -Hartmetallfräsen (Rosenbohrer, Fissurenbohrer)
- -Polierer und Gummikelche
- -Endodontie-Feilen (Reamer, Hedström)
Abformung & Prothetik
- -Abdrucklöffel (Metall, perforiert und geschlossen)
- -Prothesen und Teilprothesen — Prothesenreinigung für Patienten
- -Artikulatoren-Teile und Gesichtsbogen-Gabeln
KFO & Chirurgie
- -Kieferorthopädische Brackets und Bänder
- -Drahtbiegezangen (Weingart, How)
- -Chirurgische Zangen (Extraktionszangen, Wurzelheber)
- -Nadelhalter und Skalpellgriffe
Wichtig: Was NICHT ins Ultraschallbad gehört
Handstücke und Turbinen dürfen in der Regel nicht im Ultraschallbad gereinigt werden — die Kavitation kann Dichtungen und Kugellager beschädigen. Diese werden gemäß Herstellerangaben manuell gepflegt und im Thermodesinfektor (RDG) oder Autoklav aufbereitet. Gleiches gilt für Ultraschall-Scaling-Spitzen mit Piezo-Elementen.
Das Aufbereitungsprotokoll: Schritt für Schritt
Die Ultraschallreinigung ist ein Baustein im gesamten Aufbereitungszyklus gemäß RKI und DIN EN ISO 15883. Hier das komplette Protokoll, wie wir es in der Beratung für Zahnarztpraxen empfehlen:
Vorreinigung am Behandlungsplatz
Direkt nach der Behandlung: Grobe Verschmutzungen (Blut, Speichel, Zement) unter fließendem Wasser abspülen. Instrumente in eine geschlossene, durchstichsichere Transportbox legen. Bei längerer Standzeit: Instrumente in Stammopur DR8-Lösung (0,5 %) einlegen, um Antrocknung zu verhindern.
Zeitaufwand: ca. 1-2 Minuten pro Tray
Ultraschallreinigung
Instrumente in den Einsatzkorb des Ultraschallbads legen. Darauf achten, dass sich Instrumente nicht berühren und Gelenkinstrumente (Zangen, Scheren) geöffnet sind. Reinigungslösung: Stammopur DR8 in 1-2 % Konzentration bei 40-45 °C Badtemperatur.
Der Bandelin SONOREX DIGITEC DT 31 H erzeugt bei 35 kHz eine gleichmäßige Kavitation, die Blut, Speichel, Zementreste und Biofilm aus allen Vertiefungen löst — auch aus den feinen Rillen von Gracey-Küretten und den Diamantkörnungen von Bohrern.
Reinigungszeit: 5-15 Minuten je nach Verschmutzungsgrad
Spülung
Instrumente unter fließendem, vollentsalztem Wasser (VE-Wasser) gründlich abspülen. Damit werden Reinigungsmittelrückstände entfernt, die im Autoklav zu Flecken oder Korrosion führen könnten. In manchen Praxen wird ein zweites, kleineres Ultraschallbad ausschließlich mit VE-Wasser als Spülbad verwendet.
Zeitaufwand: ca. 1 Minute pro Charge
Sichtkontrolle
Jedes Instrument unter guter Beleuchtung (Lupenlampe) visuell prüfen. Sind noch Rückstände sichtbar? Dann zurück in die Ultraschallreinigung. Beschädigte oder korrodierte Instrumente aussortieren. Dieser Schritt ist gemäß RKI-Empfehlung zwingend erforderlich.
Pflege & Trocknung
Gelenkinstrumente mit Instrumentenöl (z.B. Sterilit Spezialöl) pflegen. Instrumente trocknen — am besten mit Druckluft oder auf sauberen Tüchern. Feuchtigkeit im Autoklav führt zu Nasssterilisation und damit zu ungültiger Sterilisation.
Verpackung & Sterilisation
Instrumente in Sterilgutverpackung (Klarsichtbeutel oder Container) verpacken und im Autoklav sterilisieren. Klasse-B-Autoklav bei 134 °C / 3 Minuten für semikritisch B und kritisch B Instrumente gemäß RKI-Einstufung.
Reinigungszeiten und Temperaturen nach Instrumententyp
Die folgenden Werte sind Richtwerte aus der Praxis. Die optimale Kombination hängt vom Verschmutzungsgrad und dem verwendeten Reinigungskonzentrat ab.
| Instrumententyp | Temperatur | Dauer | Konzentrat / Konzentration |
|---|---|---|---|
| Scaler, Küretten, Sonden | 40 °C | 5-10 Min. | Stammopur DR8, 1 % |
| Diamantbohrer, Fräsen | 40-45 °C | 10-15 Min. | Stammopur DR8, 2 % |
| Abdrucklöffel (Metall) | 45 °C | 10-15 Min. | Stammopur DR8, 2 % |
| Extraktionszangen, Wurzelheber | 40 °C | 10 Min. | Stammopur DR8, 1-2 % |
| KFO-Brackets und Bänder | 35-40 °C | 5-10 Min. | Stammopur DR8, 1 % |
| Prothesen (Patientenservice) | 35 °C | 3-5 Min. | Stammopur R (alkalisch), 0,5 % |
| Endodontie-Feilen (NiTi) | 35-40 °C | 5 Min. | Stammopur DR8, 1 % |
Praxistipp: Entgasung nicht vergessen
Nach dem Befüllen mit frischer Reinigungslösung das Bad 5 Minuten ohne Instrumente laufen lassen (Entgasung). Frisch angesetztes Wasser enthält gelöste Gase, die die Kavitation dämpfen. Erst nach der Entgasung arbeitet das Bad mit voller Reinigungsleistung.
Vergleich: Manuelle Reinigung vs. Ultraschallreinigung
| Kriterium | Manuelle Reinigung | Ultraschallreinigung |
|---|---|---|
| Reinigungsqualität | Abhängig von der Sorgfalt des Personals. Rillen, Gelenke und Hohlräume werden oft unzureichend gereinigt. | Reproduzierbar gleichmäßig. Kavitation erreicht alle Oberflächen, auch mikroskopische Vertiefungen. |
| Verletzungsrisiko | Hoch. Nadelstichverletzungen an Scalern und Sonden sind eine reale Gefahr (Hepatitis B/C, HIV). | Minimal. Kein direkter Kontakt mit kontaminierten Instrumenten nötig. |
| Zeitaufwand pro Charge | 15-30 Minuten intensive Handarbeit | 2 Minuten Einlegen + 5-15 Minuten automatisch. Personal kann in der Zeit andere Aufgaben erledigen. |
| Instrumentenschonung | Bürsten stumpfen Schneiden ab und verkratzen Oberflächen. | Berührungslose Reinigung. Keine mechanische Beanspruchung der Oberflächen. |
| Dokumentierbarkeit | Schwierig nachzuweisen. Keine objektiven Parameter. | Zeit, Temperatur und Programm sind beim DIGITEC dokumentierbar. Ideal für die Praxisbegehung. |
| RKI-Konformität | Als "nachrangig" eingestuft. Nur akzeptabel, wenn maschinelle Aufbereitung nachweislich nicht möglich. | Entspricht der RKI-Empfehlung für maschinelle Aufbereitung. Wird bei Begehungen positiv bewertet. |
Regulatorischer Rahmen: Diese Normen müssen Sie kennen
Die Instrumentenaufbereitung in der Zahnarztpraxis unterliegt strengen Vorschriften. Ein Ultraschallbad allein reicht nicht — es muss in ein validiertes Gesamtkonzept eingebettet sein:
RKI-Empfehlung (KRINKO/BfArM)
"Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten" — das zentrale Regelwerk. Stuft die maschinelle Reinigung (Ultraschall, RDG) als der manuellen überlegen ein. Fordert eine Risikobewertung aller Instrumente (Einstufung nach semikritisch A/B, kritisch A/B).
Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV)
Verpflichtet den Praxisbetreiber zur ordnungsgemäßen Aufbereitung. Fordert dokumentierte Arbeitsanweisungen, geschultes Personal und regelmäßige Funktionsprüfung aller Aufbereitungsgeräte — also auch des Ultraschallbads.
DGSV-Leitlinien
Die Deutsche Gesellschaft für Sterilgutversorgung gibt praxisnahe Empfehlungen zur Aufbereitung. Ihre "Leitlinie für die Validierung der manuellen Reinigung und Desinfektion" definiert, wie Ultraschallbäder regelmäßig auf ihre Leistung geprüft werden müssen (Aluminiumfolientest, Reinigungsindikatoren).
DIN EN ISO 15883
Norm für Reinigungs-Desinfektionsgeräte (RDG). Obwohl primär für RDG gedacht, werden die dort definierten Reinigungsleistungsanforderungen zunehmend als Benchmark auch für die Ultraschallreinigung herangezogen.
Die 8 häufigsten Fehler bei der Ultraschallreinigung in Zahnarztpraxen
In unserer Beratungstätigkeit sehen wir immer wieder dieselben Fehler. Jeder einzelne kann die Reinigungsleistung drastisch reduzieren oder sogar zu Instrumentenschäden führen:
Bad überladen
Instrumente übereinander stapeln oder den Korb bis oben füllen. Folge: Die Kavitation erreicht nicht alle Oberflächen. Instrumente berühren sich und beschatten sich gegenseitig.
Entgasung übersprungen
Frisch angesetzte Lösung direkt mit Instrumenten beschicken. Das gelöste Gas im Wasser absorbiert die Kavitationsenergie — die Reinigungsleistung sinkt um bis zu 50 %.
Falsche Konzentration des Reinigungsmittels
"Viel hilft viel" stimmt nicht. Zu hohe Konzentrationen erzeugen übermäßig Schaum, der die Kavitation dämpft. Zu niedrige Konzentrationen reinigen unzureichend. Immer nach Herstellerangabe dosieren.
Reinigungslösung zu selten wechseln
Sichtbar verschmutzte Lösung ist ein Hygiene-Risiko und keine Reinigungslösung mehr. Mindestens täglich wechseln, bei starker Beanspruchung auch öfter. Bei Blut- und Geweberückständen sofort.
Instrumente direkt auf den Wannenboden legen
Ohne Einsatzkorb liegen Instrumente direkt auf dem Schwinger und werden durch die direkte Vibration beschädigt. Immer den mitgelieferten Korb verwenden.
Temperatur zu hoch einstellen
Über 50 °C koaguliert Eiweiß (Blut, Speichel) und "backt" es auf den Instrumenten fest. Besonders bei proteinhaltigen Verschmutzungen nie über 45 °C gehen.
Keine regelmäßige Leistungsprüfung
Ein Ultraschallbad kann äußerlich intakt wirken, aber nicht mehr ausreichend kavitieren. Monatlicher Aluminiumfolientest und regelmäßige Reinigungsindikatoren (z.B. Bandelin TestStick) sind Pflicht.
Gelenkinstrumente geschlossen einlegen
Zangen und Scheren müssen geöffnet im Korb liegen. Im geschlossenen Zustand erreicht die Kavitation die Gelenkflächen nicht — genau dort, wo die stärkste Kontamination sitzt.
Vorher/Nachher: Typische Szenarien aus der Praxis
Szenario 1: Gracey-Küretten nach PA-Behandlung
VORHER (manuelle Reinigung)
Kürette unter fließendem Wasser abgespült und gebürstet. Auf den ersten Blick sauber. Unter der Lupenlampe: In den feinen Rillen zwischen Arbeitsteil und Schaft sitzen noch eingetrocknete Gewebereste. Zahnstein in der Küretten-Nut.
NACHHER (Ultraschallreinigung, 10 Min., 40 °C)
Arbeitsteil, Rillen und Nut sind blank. Auch die Übergangsbereiche Schaft/Griff sind frei von Rückständen. Die Kürette besteht die Sichtkontrolle auf Anhieb.
Szenario 2: Diamantbohrer nach Präparation
VORHER
Diamantschicht mit Dentin, Komposit und Blut verstopft. Die Schleifleistung hat deutlich nachgelassen. In der manuellen Reinigung bleiben die Zwischenräume der Diamantkörner verschmutzt.
NACHHER (15 Min., 45 °C, Stammopur DR8 2 %)
Die Kavitation hat Dentin und Komposit aus allen Zwischenräumen der Diamantbeschichtung gelöst. Der Bohrer schleift wieder wie am ersten Tag. Die Lebensdauer verlängert sich deutlich.
Szenario 3: Metall-Abdrucklöffel mit Alginatresten
VORHER
Nach dem Abformen mit Alginat sitzen Reste in den Perforierungen und unter dem Löffelrand fest. Manuelles Herauspulen ist zeitaufwendig und nie vollständig.
NACHHER (10 Min., 45 °C, Stammopur DR8 2 %)
Alginat komplett gelöst, auch aus allen Perforierungen. Der Löffel ist in 10 Minuten ohne Handarbeit abformbereit. Statt 10 Minuten Pulen pro Löffel — null.
Die richtigen Bandelin-Modelle für Ihre Zahnarztpraxis
Bandelin bietet mit der SONOREX DIGITEC-Reihe Geräte, die speziell für den Medizinbereich konzipiert sind. Für die typische Zahnarztpraxis empfehlen wir zwei Modelle:
SONOREX DIGITEC DT 31 H
Mit 0,9 Liter Wanneninhalt das ideale Gerät für die Standard-Zahnarztpraxis mit 1-3 Behandlungsstühlen. Das "H" steht für die integrierte Heizung, die die Badtemperatur konstant auf dem eingestellten Wert hält — ein entscheidender Faktor für reproduzierbare Ergebnisse.
- +Kompakte Maße: Passt auf jede Arbeitsfläche im Steri-Raum
- +Digitale Zeitvorwahl: 1-99 Minuten, sekundengenau
- +Heizung 30-80 °C: Temperatur auf 1 °C genau einstellbar
- +35 kHz Ultraschallfrequenz: Optimaler Bereich für die Entfernung biologischer Verschmutzungen
- +Edelstahl-Wanne: Säurebeständig, langlebig, leicht zu reinigen
Ideal für: Allgemeine Zahnarztpraxis, Prophylaxe-Praxis, kleine KFO-Praxis
SONOREX DIGITEC DT 52 H
Mit 1,8 Liter Wanneninhalt bietet die DT 52 H deutlich mehr Kapazität — ideal für Praxen mit hohem Patientenaufkommen, chirurgischem Schwerpunkt oder mehreren Behandlungsräumen. Besonders für Abdrucklöffel und chirurgische Instrumentensets ist das größere Volumen ein Vorteil.
- +1,8 Liter Wanne: Platz für größere Instrumentensets und Abdrucklöffel
- +Gleiche digitale Steuerung wie der DT 31 H
- +Sweep-Funktion: Leichte Frequenzmodulation für gleichmäßige Kavitationsverteilung im größeren Bad
- +Passende Einsatzkörbe und Deckel als Zubehör erhältlich
Ideal für: Gemeinschaftspraxis, MKG-Chirurgie, implantologische Praxis, große KFO-Praxis
Praxistipp: Zwei Bäder sind besser als eines
Viele gut organisierte Praxen arbeiten mit zwei Ultraschallbädern: eines für die Reinigung (mit Stammopur DR8) und eines als Spülbad (nur VE-Wasser). So entfällt das umständliche Abspülen unter fließendem Wasser, und der Workflow wird deutlich effizienter. Ein DT 31 H als Reinigungsbad und ein DT 31 (ohne Heizung) als Spülbad ist eine bewährte Kombination.
Reinigungskonzentrate: Das richtige Mittel entscheidet
Das Reinigungskonzentrat ist mindestens so wichtig wie das Ultraschallbad selbst. Ein falsches Mittel kann die Kavitation dämpfen, Instrumente angreifen oder Rückstände hinterlassen, die im Autoklav Probleme verursachen.
Stammopur DR8 (Standardempfehlung)
Mildalkalisches Reinigungskonzentrat, speziell für die maschinelle Aufbereitung von Medizinprodukten entwickelt. Entfernt Blut, Eiweiß, Speichel und Gewebereste zuverlässig. Materialverträglich mit Edelstahl, Hartmetall, Aluminium und den meisten Kunststoffen.
Dosierung: 1-2 % (10-20 ml pro Liter) | pH-Wert: ca. 10,5 | Temperatur: 40-45 °C
Stammopur R (für Prothesenreinigung)
Alkalisches Konzentrat, ideal für die Prothesen- und Zahnspangenreinigung direkt am Stuhl als Patientenservice. Entfernt Zahnbelag, Verfärbungen und Speisereste von PMMA-Prothesen und herausnehmbaren KFO-Apparaturen, ohne das Material anzugreifen.
Dosierung: 0,5-1 % | Temperatur: 35 °C | Dauer: 3-5 Minuten
Stammopur RD 5 (kombinierte Reinigung und Desinfektion)
Wenn ein zusätzlicher Desinfektionsschritt im Ultraschallbad gewünscht ist — z.B. für die Vorreinigung stark kontaminierter Instrumente aus der Chirurgie. VAH-gelistet.
Dosierung: 2-3 % | Temperatur: 40 °C | Einwirkzeit: 5-15 Min.
Achtung: Nicht jedes Reinigungsmittel ist ultraschalltauglich
Haushaltsreiniger, Flächendesinfektionsmittel oder stark schäumende Produkte haben im Ultraschallbad nichts verloren. Schaum absorbiert die Kavitationsenergie und macht die Reinigung unwirksam. Nur Konzentrate verwenden, die ausdrücklich für die Ultraschallreinigung freigegeben sind.
Kostenrechnung: Wann amortisiert sich das Ultraschallbad?
Die Investition in ein professionelles Ultraschallbad rechnet sich überraschend schnell. Hier eine realistische Kalkulation für eine typische Einzelpraxis:
Investitionsrechnung: SONOREX DIGITEC DT 31 H
Einsparungen durch Ultraschallreinigung
Ein Bandelin SONOREX DIGITEC DT 31 H amortisiert sich in der Regel innerhalb von 3-4 Monaten — allein durch die Zeitersparnis der zahnmedizinischen Fachangestellten. Rechnet man die längere Instrumenten-Lebensdauer und das reduzierte Verletzungsrisiko mit ein, ist die Investition schon nach wenigen Wochen wirtschaftlich sinnvoll.
Workflow-Integration: Das Ultraschallbad im Praxisalltag
Die beste Technologie bringt nichts, wenn sie nicht in den Praxisablauf passt. So integrieren erfahrene Praxen das Ultraschallbad in ihren täglichen Sterilisationszyklus:
Typischer Aufbereitungszyklus (Einzelpraxis, 20-30 Patienten/Tag)
Arbeitsbeginn Steri-Raum: Ultraschallbad einschalten, Reinigungslösung auf Sauberkeit prüfen (ggf. frisch ansetzen). Bad auf 40 °C vorheizen lassen. 5 Minuten Entgasung laufen lassen.
Erste Patienten: Instrumente nach der Behandlung am Stuhl vorreinigen und in die Transportbox geben.
Erste Charge Ultraschall: Instrumente der ersten 2-3 Patienten in den Korb, 10 Minuten Reinigungszyklus starten. Währenddessen: Behandlungszimmer vorbereiten.
Spülen, Sichtkontrolle, Pflegen: Instrumente entnehmen, spülen, kontrollieren, trocknen. In Sterilgutverpackung verpacken und in den Autoklav geben.
Nächste Charge einlegen. Dieser Rhythmus wiederholt sich den ganzen Tag: Alle 30-45 Minuten eine Charge.
Tagesabschluss: Letzte Charge aufbereiten. Danach: Reinigungslösung ablassen, Wanne mit klarem Wasser ausspülen, mit weichem Tuch trocknen. Gerät ausschalten.
Tägliche Wartung und Pflege des Ultraschallbads
Ein Bandelin SONOREX ist ein robustes Arbeitsgerät, das bei richtiger Pflege viele Jahre zuverlässig arbeitet. Die tägliche Routine dauert keine 5 Minuten:
Täglich (Feierabend)
- - Reinigungslösung ablassen (nicht durch den Ablasshahn, sondern auskippen — Partikel könnten den Hahn verstopfen)
- - Wanne mit warmem Wasser ausspülen
- - Wanne mit weichem Tuch trocknen (keine Scheuerschwämme)
- - Gehäuse außen feucht abwischen
Wöchentlich
- - Wanne mit Spezialreiniger (z.B. Bandelin-Wannenreiniger) entkalken, besonders bei hartem Wasser
- - Einsatzkorb auf Verformung und Korrosion prüfen
- - Dichtungen und Ablasshahn kontrollieren
Monatlich
- - Aluminiumfolientest: Alufolie ins laufende Bad halten. Gleichmäßige Perforation = einwandfreie Kavitation. Einseitig perforiert oder glatt = Schwinger defekt oder Leistungsverlust.
- - Ergebnis dokumentieren (Datum, Ergebnis, Unterschrift)
- - Reinigungsindikatoren (z.B. Bandelin TestStick) einsetzen und dokumentieren
Häufige Fragen aus der Praxis
Kann ich meine Instrumente auch ohne Reinigungskonzentrat im Ultraschallbad reinigen — nur mit Wasser?
Technisch ja, aber das Ergebnis ist deutlich schlechter. Wasser allein hat eine hohe Oberflächenspannung, die die Kavitationsbildung erschwert. Das Reinigungskonzentrat senkt die Oberflächenspannung, löst organische Verschmutzungen chemisch und verbessert die Kavitation. Für die Instrumentenaufbereitung in der Zahnarztpraxis ist ein geeignetes Konzentrat daher zwingend erforderlich.
Wie oft muss die Reinigungslösung gewechselt werden?
Mindestens einmal täglich, bei starker Verschmutzung auch öfter. Sichtbare Trübung, Schlieren oder Geruch sind klare Zeichen. In einer Praxis mit 20-30 Patienten pro Tag reicht ein Wechsel am Feierabend normalerweise aus.
Kann das Ultraschallbad den Thermodesinfektor (RDG) ersetzen?
Nein. Das Ultraschallbad ist ein Reinigungsgerät, kein Desinfektionsgerät im Sinne der RKI-Empfehlung. Für die Aufbereitung von "kritisch B"-Instrumenten (z.B. chirurgische Instrumente) fordert das RKI eine maschinelle thermische Desinfektion im RDG. Das Ultraschallbad ist der Reinigungsschritt VOR der Desinfektion/Sterilisation. Viele Praxen nutzen jedoch die Kombination: Ultraschallbad zur Reinigung + Autoklav zur Sterilisation — ohne separaten Thermodesinfektor. Das ist für "semikritisch B"-Instrumente in der Regel ausreichend.
Wie laut ist ein Bandelin SONOREX DIGITEC im Betrieb?
Bei 35 kHz ist das Betriebsgeräusch ein leises, gleichmäßiges Summen. Im Steri-Raum bei geschlossener Tür ist es im Behandlungszimmer nicht hörbar. Mit aufgelegtem Deckel ist es noch leiser. Deutlich angenehmer als die 25-kHz-Geräte älterer Bauart.
Dürfen Instrumente verschiedener Patienten zusammen ins Bad?
Ja. Die Reinigung im Ultraschallbad ist ein Reinigungs-, kein Sterilisationsschritt. Instrumente verschiedener Patienten können zusammen gereinigt werden. Die Sterilisation erfolgt erst im Anschluss im Autoklav. Wichtig ist nur, dass die Instrumente sich nicht gegenseitig berühren oder beschatten.
Zusammenfassung: Darum gehört ein Bandelin Ultraschallbad in jede Zahnarztpraxis
- ✓RKI-konform: Maschinelle Reinigung ist der manuellen überlegen — das Ultraschallbad erfüllt diese Anforderung.
- ✓Personalschutz: Kein Hantieren mit kontaminierten scharfen Instrumenten mehr.
- ✓Zeitersparnis: 20+ Minuten pro Tag, die Ihre ZFA für wertschöpfendere Aufgaben nutzen kann.
- ✓Instrumentenschonung: Scaler bleiben scharf, Diamantbohrer schleifen länger, Küretten halten doppelt so lange.
- ✓Amortisation in 3-4 Monaten: Die Zeitersparnis allein finanziert das Gerät mehrfach im Jahr.
- ✓Praxisbegehung bestanden: Dokumentierbare Parameter, regelmäßige Leistungsprüfung — genau das, was der Begehungsbeamte sehen will.
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