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Ultraschallreinigung für Schmuck & Uhren

Professionelle Reinigungsprotokolle für Goldschmiede, Uhrmacher und Juweliere — von Trauringen über Diamantschmuck bis zur kompletten Uhrenrevision. Mit Bandelin SONOREX Ultraschallbädern und spezialisierten Reinigungskonzentraten.

Warum Ultraschall in der Schmuck- und Uhrenbranche unverzichtbar ist

In jeder professionellen Goldschmiede-Werkstatt und Uhrmacher-Werkstatt gehört das Ultraschallbad zur Grundausstattung. Die kavitationsbasierte Reinigung erreicht Stellen, die mit Bürste, Poliertuch oder Dampfstrahler nicht zugänglich sind: die Innenseiten von Ringschienen, die Zwischenräume von Gliederbändern, die feinen Rillen einer Krappenfassung oder die Gewinde von Uhren-Drückern. Bandelin SONOREX Ultraschallbäder arbeiten bei 35 kHz — eine Frequenz, die für Schmuck und Uhrenkomponenten ideal ist, weil sie kraftvoll genug für hartnäckige Verschmutzungen ist, aber fein genug, um polierte Oberflächen nicht anzugreifen.

Materialguide: Was darf ins Ultraschallbad — und was nicht

Die wichtigste Frage, bevor ein Stück ins Ultraschallbad kommt: Verträgt das Material die Kavitation? Hier die klare Übersicht.

Geeignet für Ultraschallreinigung

Edelmetalle

  • Gold (Gelbgold, Weißgold, Roségold) — alle Legierungen
  • Silber 925 (Sterling) und Feinsilber
  • Platin 950 und 900
  • Palladium 500 und 950
  • Edelstahl (Uhrengehäuse, Gliederarmbänder)
  • Titan (Uhrengehäuse)

Edelsteine (hart)

  • Diamanten — ideales Ultraschall-Material
  • Rubine (Härte 9)
  • Saphire (Härte 9)
  • Topas (Härte 8)
  • Aquamarin (Härte 7,5–8)
  • Amethyst, Citrin (Härte 7)

Bedingt geeignet — nur mit Vorsicht

  • Smaragde: Häufig mit Öl oder Harz behandelt (Ölimprägnierung). Ultraschall kann die Füllung herauslösen und den Stein stumpf erscheinen lassen. Nur ungefüllte, hochwertige Smaragde bei niedriger Temperatur (max. 30 °C) und kurzer Laufzeit (max. 60 Sekunden) reinigen — im Zweifelsfall manuell.
  • Turmaline: Einschlussreich, können durch Kavitation an inneren Schwachstellen brechen. Nur bei einschlussfreien Exemplaren.
  • Tansanite: Relativ spaltbar (Härte 6–7). Kurze Zyklen bei niedriger Leistung, wenn unbedingt nötig.
  • Antiker Schmuck mit Klebungen: Historische Klebstoffe lösen sich durch Kavitation. Fassungen prüfen.
  • Vergoldeter Schmuck (Goldauflage): Dünne Vergoldungen (unter 5 μm) können durch intensive Kavitation abgetragen werden. Kurze Laufzeit, milde Konzentration.

NICHT geeignet — niemals ins Ultraschallbad

  • Perlen (Zucht- und Naturperlen): Perlen bestehen aus organischem Aragonit in dünnen Schichten. Kavitation zerstört die Perlmuttschichten, macht die Oberfläche rau und stumpf. Schaden ist irreversibel. Perlen ausschließlich mit weichem, feuchtem Tuch reinigen.
  • Opale: Enthalten bis zu 20 % Wasser. Ultraschall kann zu Rissbildung (Crazing) und Farbverlust führen. Auch synthetische Opale nicht geeignet.
  • Korallen: Organisches Material (Kalziumkarbonat), extrem porös und empfindlich. Wird durch Kavitation angegriffen und verliert die polierte Oberfläche.
  • Bernstein: Organisches Harz, Härte nur 2–2,5. Kann trüb werden, Risse bilden oder sich verformen.
  • Verklebte Steine: Doubletten und Tripletten (z. B. Opal-Doubletten, zusammengesetzte Steine) lösen sich im Ultraschallbad. Die Klebeverbindung wird durch Kavitation und Wärme zerstört.
  • Weiche Edelsteine (unter Härte 5): Malachit, Türkis, Lapislazuli, Mondstein, Labradorit mit dünner Schichtstruktur — die Kavitation greift die weiche Matrix an.
  • Emaille-Schmuck: Insbesondere Kalt-Emaille. Heißemaille (Schmelzemaille) nur mit Vorsicht und kurzem Zyklus.

Schmuckstücke im Detail: Was wie gereinigt wird

Goldringe & Trauringe

Trauringe werden täglich getragen und sammeln Seifenreste, Hautfett und Kosmetikrückstände — besonders in der Innenseite der Ringschiene und um gefasste Steine. Im Ultraschallbad werden Goldringe in 3–5 Minuten bei 40 °C vollständig gereinigt. Mattierte Oberflächen bleiben erhalten, polierte Ringe gewinnen ihren Hochglanz zurück. Bei bicoloren Ringen (z. B. Gelb-/Weißgold) ist keine Sonderbehandlung nötig.

Empfehlung: Elma clean 75 (1–3 %, 40 °C, 3–5 Min.)

Silberketten & Silberschmuck

Silber läuft bekanntlich an — das schwarze Silbersulfid (Ag₂S) bildet sich durch Schwefelverbindungen in der Luft und im Schweiß. Ein Ultraschallbad allein entfernt leichte Anlauffarben, bei starker Sulfidierung ist ein spezielles Tauchbad (Silbertauchbad) als Vorbehandlung empfehlenswert. Danach kommt das Stück ins Ultraschallbad zur Nachreinigung und Entfernung der Chemikalienreste. Filigrane Kettenglieder und Venezianerketten profitieren besonders: Kavitation erreicht jeden Kettenglied-Innenraum.

Empfehlung: Elma clean 70 für Tarnish-Entfernung, dann Spülung im zweiten Bad (30 °C, 2–4 Min.)

Diamantschmuck

Diamanten sind lipophil — sie ziehen Fett geradezu an. Ein getragener Diamantring verliert allein durch Hautfett erheblich an Brillanz. Das Ultraschallbad ist die effektivste Methode, um Diamanten wieder zum maximalen Feuer und Funkeln zu bringen. Die Härte 10 auf der Mohs-Skala macht Diamanten absolut ultraschallsicher. Die Kavitation entfernt Fettfilme aus jeder Facette und unter dem Stein (Pavillon-Seite), was manuell praktisch unmöglich ist.

Empfehlung: Stammopur DR (2 %, 45 °C, 3–5 Min.) — speziell für Diamanten und harte Edelsteine

Broschen & Manschettenknöpfe

Broschen haben oft komplexe Mechaniken (Nadelhalterung, Sicherheitsverschluss) und kleinteilige Oberflächenstrukturen, in denen sich Staub und Fasern festsetzen. Manschettenknöpfe sammeln in der Kippmechanik Hautfett und Stoffreste. Beides sind ideale Kandidaten für die Ultraschallreinigung, da die Kavitation genau diese mechanischen Zwischenräume erreicht. Vor der Reinigung prüfen, ob Steine fest sitzen und keine Klebungen vorhanden sind.

Empfehlung: Elma clean 75 (2 %, 40 °C, 3–5 Min.)

Uhrengehäuse & Uhrgläser

Wichtig: Nur leere Gehäuse reinigen — das Uhrwerk muss vorher ausgebaut sein. Uhrengehäuse aus Edelstahl, Titan oder Gold werden bei 40–50 °C mit einem milden Reinigungskonzentrat behandelt. Saphirgläser und Mineralgläser sind ultraschalltauglich. Polierte Gehäuse (Hochglanz) und gebürstete Oberflächen (Satinierung) bleiben erhalten. Lünetten mit eingesetzten Keramikeinlagen sind sicher. Zwischen Gehäuse und Lünette sammelt sich oft jahrelanger Schmutz — nur Ultraschall entfernt ihn vollständig.

Empfehlung: Stammopur R (2–3 %, 45 °C, 5–10 Min.)

Uhrenbänder (Metall) & Faltschließen

Metallbänder aus Edelstahl (Oyster, Jubilee, President-Stil, Milanaiseband) akkumulieren zwischen den Gliedern Schweiß, Hautschuppen und Schmutz. Das Ergebnis: verfärbte Glieder und übler Geruch. Im Ultraschallbad werden alle Zwischenräume gleichzeitig gereinigt — etwas, das manuell mit Bürste und Zahnstocher Stunden dauern würde. Auch die Faltschließe und deren Druckknopf-Mechanik wird gründlich durchspült.

Empfehlung: Elma clean 75 (3 %, 50 °C, 5–10 Min.) — Edelstahl verträgt höhere Temperaturen

Reinigungsprotokolle nach Material

Unterschiedliche Edelmetalle haben unterschiedliche Eigenschaften. Hier die erprobten Parameter für die gängigsten Materialien.

MaterialKonzentratKonz.Temp.ZeitHinweise
Gelbgold (333–750)Elma clean 751–3 %40 °C3–5 Min.Bei 333er Gold zurückhaltend — höherer Kupferanteil
Weißgold (rhodiniert)Elma clean 751–2 %35 °C2–4 Min.Rhodiniumbeschichtung schonen, keine aggressiven Mittel
Silber 925Elma clean 702–5 %40 °C3–5 Min.Bei Tarnish: Vorbehandlung im Silbertauchbad
Platin 950Stammopur DR2–3 %45 °C5–8 Min.Platin ist sehr robust, verträgt längere Zyklen
Palladium 500/950Elma clean 752 %40 °C3–5 Min.Ähnlich wie Platin, etwas empfindlicher bei Kratzern
Edelstahl (Uhren)Stammopur R2–3 %50 °C5–10 Min.Höhere Temperatur für Fett und Schweiß
Titan (Uhren)Stammopur R2 %45 °C5–8 Min.Titan ist chemisch sehr beständig
DiamantenStammopur DR2 %45 °C3–5 Min.Fettlösend, bringt maximale Brillanz

Reinigungskonzentrate für den Schmuck- und Uhrenbereich

Reines Wasser allein erzeugt zwar Kavitation, aber für Fettablagerungen, Polierpastenreste und Anlauffarben sind spezialisierte Reinigungskonzentrate unverzichtbar. Hier die bewährten Produkte für die Branche.

Elma clean 75 — Universalkonzentrat für Edelmetalle

Alkalisches Konzentrat, speziell formuliert für die Entfernung von Polierpastenresten, Hautfett, Kosmetika und leichten Oxidationen auf Gold, Silber, Platin und deren Legierungen. Materialschonend, ammoniakfrei, biologisch abbaubar. Universell einsetzbar in der Goldschmiede-Werkstatt.

Dosierung: 1–5 % | Temperatur: 20–60 °C | pH-Wert: ca. 10

Elma clean 70 — Tarnish-Entfernung für Silber

Säurebasiertes Konzentrat, das Silbersulfid (Anlauffarbe) chemisch löst, während der Ultraschall die gelösten Partikel aus der Oberfläche transportiert. Ideal als erste Stufe in einem Zwei-Bad-System: erst Entsilberung, dann Feinreinigung.

Dosierung: 2–5 % | Temperatur: 30–40 °C | pH-Wert: sauer

Stammopur DR — für Diamanten und Edelsteine

Speziell entwickeltes fettlösendes Konzentrat, das die lipophile Eigenschaft von Diamanten nutzt: Es löst hartnäckige Fettfilme und bringt maximale Lichtbrechung zurück. Auch für Rubine, Saphire und andere harte Edelsteine geeignet. Hinterlässt keine Rückstände auf polierten Flächen.

Dosierung: 1–3 % | Temperatur: 30–50 °C | Rückstandsfrei

Stammopur R — Allzweckreiniger für Uhrenkomponenten

Mildalkalisches Konzentrat für die Reinigung von Uhrengehäusen, Metallbändern, Werkzeugen und mechanischen Bauteilen. Entfernt Öle, Fette, Fingerabdrücke und Schweiß. Geeignet für Edelstahl, Titan, Aluminium und beschichtete Oberflächen. Nicht schäumend — ideal für Ultraschall.

Dosierung: 2–5 % | Temperatur: 30–60 °C | pH-Wert: ca. 9

Silber-Tarnish entfernen: Schritt für Schritt

Angelaufenes Silber ist das häufigste Problem in der Schmuckreinigung. Hier das erprobte Zwei-Bad-Protokoll, das wir Goldschmieden und Juwelieren empfehlen.

  1. 1.Sichtprüfung: Steine, Klebungen, empfindliche Elemente identifizieren. Wenn Perlen, Opale oder Korallen vorhanden sind: Diese Teile NICHT ins Ultraschallbad geben.
  2. 2.Bad 1 — Tauchbad (ohne Ultraschall): Bei starker Sulfidierung: Stück 30–120 Sekunden in ein professionelles Silbertauchbad legen. Die Säure löst die schwarze Ag₂S-Schicht. Anschließend sofort mit klarem Wasser abspülen.
  3. 3.Bad 2 — Ultraschallreinigung: Stück in das Ultraschallbad mit Elma clean 70 (3 %, 35 °C) einlegen. 3–5 Minuten Ultraschallreinigung. Die Kavitation entfernt restliche Sulfidpartikel und Chemikalienreste aus allen Vertiefungen.
  4. 4.Spülung: Gründlich mit destilliertem Wasser spülen, um alle Konzentratreste zu entfernen. Leitungswasser kann Kalkflecken hinterlassen.
  5. 5.Trocknung: Mit ölfreier Druckluft oder fusselfreiem Mikrofasertuch trocknen. Nicht an der Luft trocknen lassen — Wasserflecken.
  6. 6.Optional — Anlaufschutz: Silber nach der Reinigung mit einem Anlaufschutz-Spray behandeln, um erneute Sulfidierung zu verlangsamen. Besonders sinnvoll für Ausstellungsstücke.

Goldschmiede-Werkstatt: Der Ultraschall im Arbeitsablauf

In einer professionellen Goldschmiede-Werkstatt kommt das Ultraschallbad nicht nur einmal, sondern an mehreren Stellen im Fertigungsprozess zum Einsatz.

A

Nach dem Löten / Vor dem Polieren

Flussmittelreste (Borax), Oxidschichten und Glühspanreste müssen vor dem Polieren vollständig entfernt werden. Ein 3-minütiger Ultraschallzyklus mit Elma clean 75 (3 %, 50 °C) entfernt diese Rückstände zuverlässig. Wird dieser Schritt übersprungen, poliert man die Verunreinigungen in die Oberfläche ein.

B

Nach dem Polieren / Vor dem Rhodinieren

Polierpastenreste (Tripel, Rouge, Dialux) sind fettig und haftend. Sie müssen restlos entfernt werden, bevor eine Galvanisierung (Rhodinieren, Vergolden) erfolgen kann. Hier ist ein intensiverer Zyklus nötig: 5 Minuten, 50 °C, Elma clean 75 bei 5 % Konzentration. Der Polierstaub sinkt auf den Boden des Bades — regelmäßiger Badwechsel ist wichtig.

C

Zwischen Arbeitsschritten — Steinfassung

Vor dem Einsetzen eines Steins muss die Fassung absolut sauber sein, um einen sicheren Sitz zu gewährleisten. Ein kurzer Ultraschallzyklus (1–2 Min.) entfernt Metallspäne und Feilstaub aus der Fassungsmulde. Nach dem Fassen wird erneut gereinigt, um Fingerabdrücke und Reste zu entfernen.

D

Endkontrolle / Auslieferung

Bevor ein fertiggestelltes Schmuckstück an den Kunden übergeben wird: finaler Ultraschallzyklus mit milder Konzentration (1 %, 35 °C, 2 Min.), Spülung mit destilliertem Wasser, Trocknung. Das Stück glänzt perfekt — und der Kunde sieht das Ergebnis professioneller Handwerksarbeit.

Uhrmacher-Werkstatt: Reinigung von Gehäusen, Bändern und Werkzeugen

In der Uhrmacher-Werkstatt wird das Ultraschallbad primär für äußere Uhrenkomponenten eingesetzt. Uhrwerke werden traditionell in speziellen Uhrenreinigungsmaschinen gereinigt — aber alles außen herum gehört ins Ultraschallbad.

Gehäusereinigung bei der Uhrenrevision

Bei einer Uhrenrevision wird das Werk ausgebaut, und das leere Gehäuse kommt ins Ultraschallbad. Typischer Ablauf:

  1. Dichtungen und Glas entfernen (separat lagern)
  2. Gehäuse und Gehäuseboden ins Ultraschallbad: Stammopur R (3 %, 50 °C, 8 Min.)
  3. Lünette separat oder zusammen reinigen
  4. Spülung mit destilliertem Wasser
  5. Trocknung mit Druckluft — auf alle Gewindegänge und Dichtungssitze achten
  6. Optional: Gehäuse polieren/bürsten, danach erneut im Ultraschallbad reinigen

Metallbänder & Schließen

Metallbänder sind oft das schmutzigste Element einer Uhr. Zwischen den Gliedern sammelt sich über Jahre Schweiß, Hautschuppen, Seife und Schmutz. Vorgehensweise: Band vom Gehäuse trennen, ausgebreitet in den Korb legen (nicht zusammengefaltet), Stammopur R (3 %, 50 °C, 10 Min.). Bei starker Verschmutzung: Voreinweichen in warmem Seifenwasser für 15 Min., dann Ultraschall. Das Ergebnis ist oft verblüffend — Kunden erkennen ihre eigene Uhr kaum wieder.

Uhrmacher-Werkzeuge

Schraubendreher, Pinzetten, Gehäuseöffner, Einpresswerkzeuge — all diese Werkzeuge müssen regelmäßig gereinigt werden, um öl- und staubfrei zu bleiben. Ein wöchentlicher Ultraschallzyklus (5 Min., 40 °C) hält das Werkzeug in einwandfreiem Zustand und verhindert Kontamination der empfindlichen Uhrenteile.

Antiker Schmuck: Besondere Vorsicht

Antiker Schmuck erfordert eine besonders sorgfältige Einschätzung vor der Ultraschallreinigung. Nicht alles, was alt ist, darf ins Ultraschallbad.

1.Fassungen prüfen: Historische Fassungen (insbesondere Silber-auf-Gold, Millegriffe-Fassungen aus dem Art Déco) können durch Materialermüdung geschwächt sein. Lockere Steine werden durch Kavitation herausgeschüttelt. Jeder Stein einzeln mit der Lupe auf festen Sitz prüfen.
2.Klebungen erkennen: In den 1950er–1980er Jahren wurde häufig mit Epoxidharz, Schellack oder Bienenwachs geklebt. Diese Klebungen lösen sich im Ultraschallbad. Vor der Reinigung unter der Lupe prüfen und dokumentieren.
3.Emaille und Niello: Historische Emaille-Arbeiten (Cloisonné, Champlevé) können Mikrorisse haben, in die Reinigungsflüssigkeit eindringt. Niello-Einlagen (Schwefelsilber in Gravuren) können durch säurehaltige Konzentrate angegriffen werden — nur pH-neutrale Mittel verwenden.
4.Wenn im Zweifel — manuell reinigen: Bei wertvollem antikem Schmuck ist die manuelle Reinigung mit weicher Bürste und mildem Reinigungsmittel der sicherere Weg. Ultraschall nur dann, wenn das Stück begutachtet und als sicher eingestuft wurde.

Brillanz von Edelsteinen erhalten und wiederherstellen

Die Brillanz eines Edelsteins hängt von der Lichtbrechung an der Oberfläche ab. Schon ein hauchdünner Fettfilm reduziert die Lichtbrechung und lässt den Stein stumpf erscheinen. Ultraschall ist die effektivste Methode, diesen Film zu entfernen.

  • Diamanten: Regelmäßige Ultraschallreinigung (alle 2–4 Wochen bei täglichem Tragen) hält die Brillanz. Stammopur DR löst den Fettfilm, der sich durch die lipophile Eigenschaft des Diamanten bildet.
  • Rubine & Saphire: Hitzebehandelte Steine (Standardbehandlung) sind ultraschallsicher. Nur bei rissgefüllten (fracture-filled) Steinen Vorsicht — die Füllung kann sich lösen.
  • Farbsteine allgemein: Faustregel: Ab Mohs-Härte 7 und ohne Behandlung/Füllung ist Ultraschall sicher. Unter Härte 7 einzelfallbasiert entscheiden.
  • Unterseite des Steins: Die Unterseite (Pavillon) eines gefassten Steins ist manuell kaum erreichbar. Genau dort entfaltet Ultraschall seine größte Wirkung: Die Kavitation dringt in die Fassung ein und reinigt den Stein von allen Seiten.

Empfohlene Bandelin SONOREX Modelle

Für den Schmuck- und Uhrenbereich empfehlen wir folgende Modelle, je nach Einsatzumfeld und Anforderungen.

SONOREX SUPER RK 31 — Kompakt für den Verkaufstresen

0,9 Liter Nutzvolumen. Ideal für Juweliere, die am Verkaufstresen eine schnelle Schmuckreinigung als Kundenservice anbieten. Kompakte Bauform, einfache Bedienung. Für einzelne Ringe, Ohrringe, Ketten.

0,9 L35 kHzJuweliergeschäft

SONOREX SUPER RK 100 H — Werkstatt-Standard

3 Liter Nutzvolumen mit Heizung. Der Werkstatt-Allrounder für Goldschmiede und Uhrmacher. Genug Platz für mehrere Schmuckstücke gleichzeitig, Uhrengehäuse und Metallbänder. Die integrierte Heizung (30–80 °C regelbar) ermöglicht temperaturoptimierte Reinigungszyklen. Timer bis 15 Minuten.

3 L35 kHzHeizungGoldschmiede

SONOREX DIGITEC DT 510 H — Profi-Lösung mit Digitalsteuerung

9,7 Liter Nutzvolumen mit digitaler Steuerung, Heizung und Sweep-Funktion (gleichmäßige Kavitationsverteilung). Für größere Werkstätten, die regelmäßig mehrere Stücke gleichzeitig reinigen, oder für die Uhrmacher-Werkstatt mit mehreren Gehäusen und Bändern pro Charge. Exakte Temperatur- und Zeitsteuerung über das Display. Speicherbare Programme.

9,7 L35 kHzSweepDigitalProfi-Werkstatt

SONOREX TECHNIK RM 16 UH — Zwei-Bad-System

Für Betriebe mit hohem Durchsatz: Möglichkeit zur Konfiguration als Zwei-Bad-System (Reinigung + Spülung) oder mit verschiedenen Konzentraten (z. B. Silber-Entschwefelung in Bad 1, Feinreinigung in Bad 2). Mit Ablaufhahn für einfachen Badwechsel. Ideal für Betriebe, die Schmuckreinigung als Service anbieten.

Zwei-Bad-SystemHoher DurchsatzService-Betrieb

Schmuckreinigung als Service — das Geschäftsmodell

Die professionelle Ultraschall-Schmuckreinigung als Kundenservice ist ein wachsendes Geschäftsfeld, das Juwelieren, Goldschmieden und sogar Optikern zusätzliche Einnahmen und Kundenbindung bietet.

Sofort-Service am Verkaufstresen

Ein kompaktes Ultraschallbad (z. B. SONOREX SUPER RK 31) steht sichtbar am Tresen. Kunden können ihren Schmuck während des Einkaufs oder in wenigen Minuten reinigen lassen. Preismodell: kostenlos als Kundenservice (Kundenbindung) oder als kostenpflichtiger Premium-Service (5–15 EUR pro Stück).

  • Schafft Gesprächsanlass und Upselling-Möglichkeiten
  • Kunde sieht den Unterschied sofort — beeindruckender Effekt
  • Regelmäßige Wiederkehr: Kunden kommen alle paar Wochen
  • Professionelles Image des Geschäfts wird gestärkt

Reinigungsservice für Uhrmacher

Uhrmacher bieten die Gehäuse- und Bandreinigung standardmäßig bei jeder Uhrenrevision an — aber auch als separaten Service. Viele Uhrenbesitzer wünschen eine professionelle Reinigung ihrer Metallarmbänder, ohne eine komplette Revision in Auftrag zu geben. Preismodell: 10–25 EUR für Gehäuse + Band.

  • Geringer Aufwand, hoher wahrgenommener Wert
  • Vorher-/Nachher-Effekt begeistert Kunden
  • Führt oft zu Folgeaufträgen (Batteriewechsel, Revision)

Kalkulation & Rentabilität

Die laufenden Kosten sind minimal: Ein Liter Reinigungskonzentrat reicht (je nach Verdünnung) für hunderte Reinigungsvorgänge. Strom- und Wasserverbrauch sind vernachlässigbar. Die Investition in ein Ultraschallbad amortisiert sich bei aktivem Einsatz als Kundenservice innerhalb weniger Monate. Dazu kommt der schwer bezifferbare, aber reale Wert der Kundenbindung: Wer seinen Schmuck regelmäßig reinigen lässt, kauft dort auch neuen Schmuck.

Praxis-Tipps für den täglichen Einsatz

  • Niemals verschiedene Metalle gleichzeitig reinigen: Silber und Gold im selben Bad können zu galvanischen Effekten führen. Silber kann sich auf dem Gold ablagern und umgekehrt. Getrennte Bäder oder getrennte Zyklen verwenden.
  • Einhängekorb nutzen: Schmuckstücke niemals direkt auf den Boden der Wanne legen. Der Boden ist die Schwingerplatte — direkter Kontakt kann zu Abrieb und Beschädigung führen. Immer den mitgelieferten Einhängekorb oder ein Sieb verwenden.
  • Bad regelmäßig wechseln: Trübes, schmutziges Bad hat deutlich schlechtere Kavitationsleistung. In einer aktiven Werkstatt: täglich bis jeden zweiten Tag wechseln. Am Verkaufstresen: mindestens wöchentlich.
  • Entgasen nach dem Befüllen: Frisch angesetztes Bad enthält gelöste Luft, die die Kavitation hemmt. Die SONOREX Geräte haben eine Entgasungsfunktion (Degas) — 5–10 Minuten laufen lassen, bevor das erste Stück eingelegt wird.
  • Destilliertes Wasser für die Schlussspülung: Leitungswasser hinterlässt Kalkflecken, die auf polierten Oberflächen sichtbar sind. Für die finale Spülung immer destilliertes oder VE-Wasser verwenden.
  • Steine vor der Reinigung prüfen: Jedes Mal. Ohne Ausnahme. Ein lockerer Stein kann im Ultraschallbad aus der Fassung fallen und am Boden beschädigt werden.

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